Das Immunsystem der Seele – Resilienz

Das Immunsystem der Seele – Resilienz

Hier möchte ich mich kurz und informativ mit der Frage auseinander setzten,
warum erkranken einige bei geringer Belastung und andere nicht. Ein Thema, dass uns alle angeht und etwas Wissen darum sehr nützlich für das Leben sein kann.

Warum leiden Menschen zum Beispiel bei geringer Belastung an Burnout, Depressionen und Posttraumatischen Belastungsstörungen und andere rennen täglich in brennende Häuser oder arbeiten mit schwer kranken Menschen und haben immer noch ein ehrliches ausgeglichenes Lächeln am Abend?

In der Psychologie ist die Rede von Resilienz.
Was ist eigentlich diese Resilienz? Das Wort haben bestimmt einige schon mal gehört.
Aber was heißt das denn eigentlich?

Resilienz – Das Immunsystem der Seele.
So wie die meisten Wissen das viele Faktoren wie zum Beispiel Ernährung, Sport und Zärtlichkeiten unser  Immunsystem stärkt und wir resistenter gegen Krankheiten sind, ähnlich verhält es sich auch mit der Resilienz. Es ist quasi das Immunsystem unserer Psyche und steht vermutlich auch in direkter Wechselwirkung, da auch Ernährung und Bewegung einen direkten Einfluss auf unsere Neurologischen Prozesse hat.

Genauso wie das Immunsystem gehören aber eine Menge an Faktoren dazu wie Genetik, Vorerkrankungen und kulturelle Bedingungen. Aber ein paar Faktoren kann jeder selbst beeinflussen. Hier Stück für Stück die Verantwortung für sich zu übernehmen, gehört bestimmt auch zu einem lebenslangen Prozess.

Was können wir tun für unsere Resilienz, bzw. aus welchen Bestandteilen setzt sich unsere Psychische Belastbarkeit zusammen?

  1. Akzeptanz – solange wir uns selbst und unser Leben nicht akzeptieren werden wir nicht zufrieden sein können. So lange jemand in allen Bereichen in seinem Leben mit einer Abwehrhaltung gegenüber steht ist er fast nicht Handlungsfähig und relativ „steif“. Umgang mit besonderen Belastungen erfordert aber Flexibilität. Zum Beispiel bei einer Trennung können wir den Kopf in den Sand stecken und in eine Opferrolle gehen. „Alle anderen sind Schuld, mir geht es so schlecht!“ oder die Situation akzeptieren, den Schmerz zulassen um danach mit Neugier sich neu zu Orientieren.
  2. Soziale Kontakte – oft beschreiten wir unser leben Tag ein Tag aus und versuchen alles möglichst alleine irgendwie bewältig zu bekommen. Wenn ein Feuerwehrmann nach einem belastenden Einsatz sich alleine zurück zieht und mit niemanden darüber spricht oder sich mit vertrauten Menschen austauscht, macht im Prozess der Verarbeitung einen großen Unterschied. Die Anzahl der Kontakte ist nicht von Entscheidung, sonder eher die Qualität die man im übrigen jeden Tag wieder neu vertiefen kann. Also wann haben Sie sich das letzte mal die Zeit genommen um einfach einen guten Freund/in angerufen bei dem sie sich besonders wohl fühlen?
  3. Optimismus – Ist das Glas halb leer oder ist es halb voll?
    Haben sie sich dabei schon mal beobachtet wie Ihre Gedanken gewisse Mustern folgen?
    Es sind oft nicht die Tatsachen selbst die uns glücklich oder unglücklich machen sondern wie wir sie bewerten. Achtsamkeitstraining ist sehr hilfreich um seine Beurteilungen und Emotionen zu beobachten, aber es ist auch möglich sich ganz einfach durch den Körper zu beeinflussen.
    Lächeln Sie einfach mal ausgiebig eine Minute auch wenn es künstlich ist und beobachten Sie was in Ihnen passiert. Genauso verhält es sich mit unserer Körperhaltung, eine selbstbewusste Siegerpose kann manchmal wunder wirken. So können wir wissenschaftlich belegbar, positiv auf unsere Hirnstoffwechseln einwirken.
  4. Selbstverantwortung.
    Oft geraten wir gefühlt von einer Situation in die nächste, doch haben Sie sich schon einmal gefragt – „Welchen Anteil habe ich an dieser Situation das es so gekommen ist?“
    Wenn Sie in Ihrem Leben aus einem „Ich muss“ ein „Ich will!“ oder „Ich kann nicht!“ ein „Ich will nicht!“ machen, sind Sie einen großen Schritt in Richtung Selbstverantwortung. Dieses ist übrigens auch einer der zentralen Themen der Sexualtherapie. Oft spricht der Körper dieses „ich will so nicht“ aus und zeigt das z.B. mit Erregungs- und Orgasmusstörungen. Häufig reagieren die Klienten aus der Opferrolle raus mit einem „Ich kann nicht“. Sich zu spüren und Gedanken zu machen was das bedeuten könnte und es dann Bewusst in die Selbstverantwortung zu gehen, kann dann manchmal umumgänglich sein.
  5. Die Opferrolle verlassen.
    Es gibt im leben Dinge die wir verändern können, anders aber auch Umstände die wir einfach nicht beeinflussen können. Aber die vorherigen Punkte können eine große Hilfe sein wie wir zum Beispiel mit einem Regentag umgehen können. Vermiest er uns den Tag und wir sind nur am jammern oder machen wir was draus? Oft folgen wir hier ganz unbewusst wieder automatischen Mustern, diese zu beobachten und sich Bewusst für einen Umgang mit gewissen Situationen zu entscheiden ist sehr befreiend. Man erlangt Handlungsspielraum, wieder diese gewisse Flexibilität mit Umständen umzugehen.
  6. Lösungsorientierte Haltung.
    Menschen die Probleme in Möglichkeiten verwandeln nutzen Ihre Chancen und Ressourcen. Anstatt die begrenzte Energie mit der ewigen ergründenden des Problems zu nutzen, machen sie sprichwörtlich das beste draus. Fragen die man sich häufiger stellen kann sind,
    – Was könnte das gute für mich an diesem Problem sein?
    – Was und wie möchte ich anders haben?
    – Wie würde es sich anfühlen wenn ich das Problem bereits gelöst hätte?
    – Wie bin ich bereits mit anderen Problemen umgegangen und könnte es für mich nutzen?
  7. Zukunftsvisionen.
    Treibe ich in meinem Leben einfach so vor mich hin, ohne Orientierung und Sinn?
    Es spricht bestimmt nichts gegen gelegentliche Orientierungsphasen im Leben, es ist aber sehr stabilisierend wenn Sie zumindest einen Kurs haben nach dem Sie sich Orientieren können.
    Wo kann sonst die Motivation entstehen? Wo soll die Energie einfließen? Es kommt nicht selten vor das Menschen nach Schicksalsschlägen sich nicht neuorientieren und mit der Zeit anfangen ihre Lebensenergie mit Suchtmittel oder destruktiven Ersatzhandlungen versuchen zu kanalisieren.
    Entfalten Sie ihr Potenzial! Fragen Sie sich zum Beispiel,
    – Wo sehe und fühle ich mich in 5 Jahren, wenn ich dies weiter so mache oder eben anders?
    – Was für Fähigkeiten und Erfahrungen habe ich und wie könnten ich sie einsetzten?
    – Welche Lebenswünsche sind mir besonders wichtig?

Wenn Sie sich allein schon mal alle Bereiche bewusst gemacht haben, ist eine gewisse Resilienz bestimmt vorhanden. Das es in allen Bereichen immer Entwicklungspotenzial gibt ist normal, machen Sie sich keinen Leistungsdruck. Sehen sie es als Spiel, genauso wie sie an den Sport und die Ernährung am besten auch spielerisch rangehen. Mit Humor fällt das Leben einfach leichter.
Ich lade ein diese Bereiche in Ihrem leben im Auge zu behalten, denn falls ähnlich wie bei einem Tisch zu viele Beine auf einmal wegfallen, werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit instabil.

Ich wünsche Ihnen möglichst viel Stabilität. 😉

Herzliche Grüße aus dem schönen Bad Tölz im Isarwinkel.

Manuel Wilke

 

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